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Essen, Was Nährt

Essen, was nährt

Beitragsserien: Tipps für den Weg zum Wohlgefühl

Essen, was nährt

Welche Nahrung bringt Ihnen Wohlgefühl?

Welches Essen nährt uns? – Die Frage ist nicht, was füllt unseren Bauch. Die Frage ist: Welche Nahrung hält uns gesund? Fit? Bringt uns Wohlgefühl?

Hm, winken Sie jetzt vielleicht ab. Eigentlich wissen Sie das, aber es fällt Ihnen trotzdem schwer, sich so zu ernähren, dass Sie sich rundum wohlfühlen. Das kann ich gut verstehen. Wir sind ständig einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt, die es uns schwer macht, uns auf unsere Bedürfnisse zu konzentrieren. Trotzdem lohnt es sich, dran zu bleiben und dem Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie? Indem Sie im ersten Schritt Ihre momentanen Gewohnheiten beobachten. Sie brauchen noch nichts zu ändern. Es geht erst mal nur darum beim Einkaufen, Kochen, Essen und Verdauen wahrzunehmen:
  • Kaufen Sie Ihr Essen da ein, wo es für Sie praktisch ist?
  • Oder da, wo Sie sich wohl fühlen?
  • Kaufen Sie das, was schon (fast) fertig ist?
  • Oder nehmen Sie sich frische Lebensmittel mit nach Hause, aus denen Sie gern leckere Gerichte zubereiten?
  • Essen Sie, auch wenn es Ihnen nicht schmeckt, zuviel oder unkontrolliert nebenbei?
  • Macht Ihr Essen Sie voll, müde, lustlos und träge?
  • Oder haben Sie Freude an Ihrem Essen?
  • Wärmt es Sie im Winter und erfrischt es Sie im Sommer?
  • Gibt es Ihnen Energie und Lebensfreude?

Machen Sie sich Notizen dazu, auch um ggf. Zusammenhänge zu erkennen. Schreiben Sie sich auf, was Ihnen ein Wohlgefühl bringt, aber auch, nach welchem Essen Sie sich unwohl fühlen, ggf. an einem dieser Symptome leiden: Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Verstopfungen, plötzliche Veränderungen an den Nasenschleimhäuten (Nase zu), Kopfschmerzen, Unruhe, Müdigkeit, schlechte Laune, Frieren, fettige Haut, Ausschläge, etc.).

Saisonal!

Saisonal! – Wenn Sie keinen Garten haben und ausschließlich im normalen Supermarkt einkaufen, haben Sie möglicherweise schon vergessen, wann welches Obst und Gemüse reif ist, weil Ihnen nahezu alle Sorten Obst, Gemüse und Früchte ganzjähring präsentiert werden.

Haben Sie Lust, sich wieder auf unsere Jahreszeitenzyklen einzulassen? Dann schauen Sie doch einmal in der Woche im Bioladen rein. Und machen Sie sich die Freude, Speisen, die bestimmten Jahreszeiten oder Festen zugeordnet sind, nicht früher zu essen. Denn sonst ist das Fest kein Fest mehr. In unserer Familie gibt es eine Regel: Der Christstollen wird nicht vor dem 1. Advent angeschnitten. Wenn es dann endlich so weit ist, ist die Freude umso größer und es ist für unser Inneres ganz sicher: Jetzt beginnt wirklich die Adventszeit. Probieren Sie es aus, nehmen Sie dieses Beispiel oder lassen Sie Spargel, Johannisbeeren und Co liegen, bis Sie sie frisch vom Bauern aus der Region im Laden oder auf dem Wochenmarkt finden.

Regional?

Regional!? – Ja. Tausend Mal gehört. Aber hier geht es nicht nur um die Ökologie und Transportwege. Es geht viel mehr um Ihre individuelle und kulturelle Veranlagung. Haben Sie Vorfahren, die nicht aus Zentraleuropa stammen, dann hat regional für Sie eine ganz andere Bedeutung als für mich.

Ich bin ein klassischer “Zentraleuropäer”. Viele essbare einheimische Pflanzen und Gewürze vertrage ich gut. Essen aus fernen Ländern schmeckt mir durchaus, aber so richtig warm werde ich nur mit wenigem davon. Bei “Trendfood”, so gesund sie auch angepriesen wird, bin ich meist eher zurückhaltend.

Und Sie?

Falls Sie asiatische Speisen bevorzugen, finden Sie in Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin wertvolle Ernährungsempfehlungen, die Sie Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren können. Fühlen Sie sich anderen Küchen der Welt zugehörig, machen Sie sich mit der regionalen Ernährungsheilkunde vertraut. Nehmen Sie das, was gerade Mode ist, nicht so wichtig.

Fühlen Sie sich auch zu unserer regionalen Esskultur hingezogen, könnten die Ernährungsempfehlungen von Hildegard von Bingen interessant für Sie sein. Ihre Küche ist heilsam und dabei einfach und schmackhaft. Hildegard beschrieb vor 850 Jahren Lebensmitteln vor allem nach Ihren Heilwerten.

Der in Allensbach am Bodensee lebende Heilpraktiker Wigard von Strehlow hat ihre Ernährungskunde in seinem Buch “Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen” leicht verständlich zusammengefasst und mit seinen jahrzehntelangen Erfahrungen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden. Dieses Buch halte ich für sehr lesenswert, insbesondere dann, wenn Sie sich eine Wohlfühlernährung wünschen, die auf einheimischen, natürlichen und noch dazu heilenden Lebensmitteln basiert.

Hildegard von Bingen empfiehlt als Basis der Ernährung vor allem Dinkel als heilsames Getreide sowie verschiedenes Obst, Gemüse (jedeoch nicht roh), Kräuter und Gewürze.
Ebenso Milchprodukte und heilenden Fisch und Fleisch – wobei ich Ihnen empfehle, bei den letzten drei Lebensmittelgruppen sich selbst mit Ihren evtl. Unverträglichkeiten und/oder Ihre Abneigungen zu achten und zu respektieren.

Hildegard von Bingen benannte auch “Küchengifte, die man meiden sollte: Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Lauch, Kaffee, koffeinhaltige Getränke und Rohkost, da diese Unwohlsein, verschiedene Krankheiten und allergische Reaktionen hervorrufen können. Näheres dazu finden Sie im o.g. Buch, gern auch in meinem Coaching für Menschen, die sich wieder wohlfühlen wollen.

Ernährungsumstellung

Wenn Sie abnehmen oder sich auch einfach nur wieder wohler fühlen wollen und dafür Ihre Ernährung umstellen möchten, empfehle ich Ihnen, das nicht in einer Hauruck-Aktion zu starten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird entweder Ihr Körper oder Ihr Inneres nach kurzer Zeit streiken.

Beginnen Sie so:

Schritt 1: Überlegen Sie in Ruhe, wie Ihre Wohlfühlernährung aussehen könnte. Machen Sie sich dazu einige Notizen. Lassen Sie diese Notizen eine Woche liegen, während Sie Ihre momentane Ernährung und Ihr Befinden dabei und danach beobachten. Ändern und ergänzen Sie, was Ihnen noch einfällt.

Schritt 2: Wählen Sie zunächst nur ein Lebensmittel oder eine Mahlzeit, die Sie verändern wollen.

Wenn Ihre Wohlfühlernährung z.B. Dinkel enthalten soll und Sie im Moment vorwiegend Weizenprodukte essen, könnte es ein guter Anfang sein, das Brot zu tauschen. In Biobäckereien gibt es meist eine kleine Auswahl an Dinkelbroten, manchmal auch Dinkelweißbrot.

Schritt 3: Beobachten Sie, wie Sie diese neue Nahrung vertragen. Es kann eine Weile dauern, bis Sie sich an den Geschmack und die Konsistenz gewöhnt haben und das gute Neue in Ihrem Alltag wirklich akzeptieren.

Lassen Sie sich Zeit. Seien Sie freundlich und liebevoll zu sich selbst.

Schritt 4: Haben Sie sich mit dem neuen Lebensmittel angefreundet, dann wenden Sie sich dem nächsten zu, das auf Ihrer Liste steht und gehen Sie genauso achtsam und freundlich vor, wie beim vorangegangenen. Probieren Sie dann z.B. Dinkelkörner oder Dinkelnudeln.

Bekommt Ihnen ein ausgewähltes Nahrungsmittel nicht, können Sie es entweder für einen späteren zweiten Versuch auf Ihrer Liste stehen lassen oder es streichen und ggf. schauen, ob Sie einen gut verträglichen Ersatz finden.

Sollten Sie Widerstände haben, kämpfen Sie diese bitte nicht einfach nieder, sondern versuchen Sie sie zu ergründen. Nehmen Sie die Zusammenhänge zwischen Ihren Essgewohnheiten und Ihren Gefühlen und Emotionen ernst.
(Gefühle sind die Reaktionen, die unser momentanes Erleben hervorruft, Emotionen sind Gefühle aus unserer Vergangenheit, die sich mit dem momentanen Erleben, oft auch wiederkehrenden Situationen verbinden.)

Indem Sie sich bewusst auch der emotionalen Seite Ihrer Essgewohnheiten zuwenden und die Zusammenhänge erkennen, können Sie destruktive Verknüpfungen lösen und Veränderungen angehen, die vorher nicht machbar waren. Suchen Sie sich ggf. jemanden, der Sie dabei unterstützt und Ihnen zuhört, wenn Sie Ihre Beobachtungen in Worte fassen und sortieren wollen.

Lassen Sie auch Ihr Umfeld mitwachsen. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden über die Veränderungen, die Sie planen und bitten Sie sie um Unterstützung. Wollen Sie die Ernährung in der Familie umstellen, ist es wichtig auf alle Familienmitglieder zu achten und niemanden zu überfordern.

Auf diese Weise können Sie Schritt für Schritt Ihre Ernährungsgewohnheiten verändern und haben dabei im Vergleich zur Hauruck-Aktion ein deutlich geringeres Rückfallrisiko, dafür aber erheblich bessere Erfolgschancen.

Was können Sie noch tun?

Ersetzen Sie Nahrungsmittel, die auf Ihrem Speiseplan bleiben sollen, gegen höherwertige Produkte. Schauen Sie auf die Zutatenliste. Wenn Sie z.B. Frischkäse Natur mögen, dann lassen Sie die Produkte bitte im Regal stehen, die Citronensäure mit C enthalten, denn diese ist auf Schimmelpilzbasis hergestellt und sorgt häufig für negative Reaktionen im Körper.

Oder kaufen Sie Ihre Lebensmittel im Bioladen oder vom Wochenmarkt von Händlern, die Ihnen (auch nach der Ernte) ungespritztes Obst und Gemüse anbieten und tierische Produkte von Bauern und Viehzüchtern, die Ihre Tiere ohne prophylaktische Antibiotika und ohne gentechnisch veränderetes Pflanzenfutter halten. Auch Bioeier zu kaufen fällt plötzlich leicht, wenn man weiß, dass die Hühner, die diese Eier legen, im Gegensatz zu allen anderen als Kücken ihre Schnabelspitzen behalten durften und in natürlicheren, gesünderen Gemeinschaften leben.

BioLebensmittel mögen zwar etwas teurer sein, aber meiner Beobachtung nach kostet Kranksein und mühsam wieder gesund werden mehr. Die Investition in Ihre Gesundheit lohnt sich also. Außerdem werden Sie bald feststellen, dass Sie gar nicht so viel mehr ausgeben, weil Sie achtsamer mit Ihrer Nahrung umgehen. Und sie werden den natürlicheren Geschmack lieben und schätzen lernen und sich insgesamt wohler fühlen.

Falls Sie Fragen rund um dieses Thema haben, helfe Ihnen gern.

Rufen Sie mich einfach an: 030 224 13 445 oder schreiben Sie mir.

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Anne Kathrin Frihs

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