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Essen, was nährt

Tipps für den Weg zum Wohlgefühl
1. Tipps für Deinen Weg zum Wohlgefühl
2. Wie Du liebevoll dauerhafte Veränderungen in Deinem Leben erreichst
3. Trinken, was klärt
4. Essen, was nährt
5. Hilfreiche Kuren zum Entschlacken
6. Wie Du Dich in Entspannung und Freude atmest
7. Sport ohne Mord
8. Selbstwahrnehmung und Selbstachtung

Essen, was nährt

Welche Nahrung bringt Dir Wohlgefühl?

Welches Essen nährt uns? – Die Frage ist nicht, was füllt unseren Bauch. Die Frage ist: Welche Nahrung hält uns gesund? Fit? Bringt uns Wohlgefühl?

Hm, winkst Du jetzt vielleicht ab. Eigentlich weißt Du das, aber es fällt Dir trotzdem schwer, Dich so zu ernähren, dass Du Dich rundum wohlfühlst. Das kann ich gut verstehen. Wir sind ständig einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt, die es uns schwer macht, uns auf unsere Bedürfnisse zu konzentrieren. Trotzdem lohnt es sich, dran zu bleiben und dem Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie? Beobachte im ersten Schritt Deine momentanen Gewohnheiten. Du brauchst noch nichts zu ändern. Es geht erst mal nur darum beim Einkaufen, Kochen, Essen und Verdauen wahrzunehmen:
  • Kaufst Du Dein Essen da ein, wo es für Dich praktisch ist?
  • Oder da, wo Du Dich wohl fühlst?
  • Kaufst Du das, was schon (fast) fertig ist?
  • Oder nimmst Du Dir frische Lebensmittel mit nach Hause, aus denen Du gern leckere Gerichte zubereitest?
  • Isst Du, auch wenn es Dir nicht schmeckt, zu viel oder unkontrolliert nebenbei?
  • Macht Dich Essen voll, müde, lustlos und träge?
  • Oder hast Du Freude an Deinem Essen?
  • Wärmt es Dich im Winter und erfrischt es Dich im Sommer?
  • Gibt es Dir Energie und Lebensfreude?

Mache Dir Notizen dazu, auch um gegebenenfalls Zusammenhänge zu erkennen.

Schreibe auf, was Dir ein Wohlgefühl bringt, aber auch, nach welchem Essen Du Dich unwohl fühlst, ggf. an einem dieser Symptome leidest: Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Verstopfungen, plötzliche Veränderungen an den Nasenschleimhäuten (Nase zu), Kopfschmerzen, Unruhe, Müdigkeit, schlechte Laune, Frieren, fettige Haut, Ausschläge, etc.).

Saisonal

Saisonal! – Wenn Du keinen Garten hast und ausschließlich im normalen Supermarkt einkaufst, hast Du möglicherweise schon vergessen, wann welches Obst und Gemüse reif ist, weil Dir nahezu alle Sorten Obst, Gemüse und Früchte ganzjährig präsentiert werden.

Hast Du Lust, Dich wieder auf unsere Jahreszeitenzyklen einzulassen? Dann schaue doch einmal in der Woche im Bioladen rein und mache Dir die Freude, Speisen, die bestimmten Jahreszeiten oder Festen zugeordnet sind, nicht früher zu essen. Denn sonst ist das Fest kein Fest mehr. In unserer Familie gibt es eine Regel: Der Christstollen wird nicht vor dem 1. Advent angeschnitten. Wenn es dann endlich so weit ist, ist die Freude umso größer und es ist für unser Inneres ganz sicher: Jetzt beginnt wirklich die Adventszeit.

Probiere es aus, nimm dieses Beispiel oder lasse Spargel, Johannisbeeren und Co liegen, bis Du sie frisch vom Bauern aus der Region im Laden oder auf dem Wochenmarkt findest.

Regional?

Regional!? – Ja. Tausend Mal gehört. Aber hier geht es nicht nur um die Ökologie und Transportwege. Es geht viel mehr um Deine individuelle und kulturelle Veranlagung. Hast Du Vorfahren, die nicht aus Zentraleuropa stammen, dann hat regional für Dich eine ganz andere Bedeutung als für mich.

Ich bin ein klassischer „Zentraleuropäer“. Viele essbare einheimische Pflanzen und Gewürze vertrage ich gut. Essen aus fernen Ländern schmeckt mir durchaus, aber so richtig warm werde ich nur mit wenigem davon. Bei “Trendfood”, so gesund sie auch angepriesen wird, bin ich meist eher zurückhaltend.

Und Du?

Falls Du asiatische Speisen bevorzugst, findest Du in Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin wertvolle Ernährungsempfehlungen, die Du Schritt für Schritt in den Alltag integrieren kannst. Fühlst Du Dich anderen Küchen der Welt zugehörig, mache Dich mit der regionalen Ernährungsheilkunde vertraut. Nimm das, was gerade Mode ist, nicht so wichtig.

Fühlst Du Dich auch zu unserer regionalen Esskultur hingezogen, könnten die Ernährungsempfehlungen von Hildegard von Bingen interessant für Dich sein. Hildegard beschrieb vor 850 Jahren Lebensmitteln vor allem nach ihren Heilwerten.

Der in Allensbach am Bodensee lebende Heilpraktiker Wighard Strehlow hat ihre Ernährungskunde in seinem Buch „Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen“ leicht verständlich zusammengefasst und mit seinen jahrzehntelangen Erfahrungen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden. Dieses Buch halte ich für sehr lesenswert, insbesondere dann, wenn Du Dir eine Wohlfühlernährung wünschst, die auf einheimischen, natürlichen und noch dazu heilenden Lebensmitteln basiert. Strehlow hat zahlreiche Bücher über die Hildegard Heilkunde geschrieben, mein Lieblingshelfer ist „Der Hildegard-Kompass“.

Ernährungsumstellung

Wenn Du abnehmen oder Dich auch einfach nur wieder wohler fühlen willst und dafür Deine Ernährung umstellen möchtest, empfehle ich Dir , das nicht in einer Hauruck-Aktion zu starten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird entweder Dein Körper oder Dein Inneres nach kurzer Zeit streiken.

Beginne so:

Schritt 1 Überlege Dir in Ruhe, wie Deine Wohlfühlernährung aussehen könnte. Mache Dir dazu einige Notizen. Lasse diese Notizen eine Woche liegen, während Du Deine momentane Ernährung und Dein Befinden dabei und danach beobachtest. Ändere und ergänze, was Dir noch einfällt.

Schritt 2 Wähle zunächst nur ein Lebensmittel oder eine Mahlzeit, die Du verändern willst.

Wenn Deine Wohlfühlernährung z.B. Dinkel enthalten soll und Du im Moment vorwiegend Weizenprodukte isst, könnte es ein guter Anfang sein, das Brot zu tauschen. In Biobäckereien gibt es meist eine kleine Auswahl an Dinkelbroten, manchmal auch Dinkelweißbrot.

Schritt 3 Nimm Dir Zeit herauszufinden, welches dieser vielen Produkte Dir wirklich schmeckt und gut tut. Beobachte, wie Du diese neue Nahrung verträgst. Es kann eine Weile dauern, bis Du Dich an den Geschmack und die Konsistenz gewöhnt hast und das gute Neue in Deinem Alltag wirklich akzeptierst.

Lasse Dir Zeit. Sei freundlich und liebevoll zu Dir selbst.

Schritt 4 Hast Du Dich mit dem neuen Lebensmittel angefreundet, dann wende Dich dem nächsten zu, das auf Deiner Liste steht und geh genauso achtsam und freundlich vor, wie beim vorangegangenen.

Bekommt Dir ein ausgewähltes Nahrungsmittel nicht, kannst Du es entweder für einen späteren zweiten Versuch auf Deiner Liste stehen lassen oder es streichen und ggf. schauen, ob Du einen gut verträglichen Ersatz findest.

Widerstände
Solltest Du Widerstände haben, wirf nicht einfach die Flinte ins Korn, kämpfe diese bitte auch nicht einfach nieder, sondern versuche sie zu ergründen. Nimm die Zusammenhänge zwischen Deinen Essgewohnheiten und Deinen Gefühlen und Emotionen ernst.
(Gefühle sind die Reaktionen, die unser momentanes Erleben hervorruft, Emotionen sind Gefühle aus unserer Vergangenheit, die sich mit dem momentanen Erleben, oft auch wiederkehrenden Situationen verbinden.)

Indem Du Dich bewusst auch der emotionalen Seite Deiner Essgewohnheiten zuwendest und die Zusammenhänge erkennst, kannst Du destruktive Verknüpfungen lösen und Veränderungen angehen, die vorher nicht machbar waren. Suche Dir ggf. jemanden, der Dich dabei unterstützt und Dir zuhört, wenn Du Deine Beobachtungen in Worte fassen und sortieren willst.

Lass auch Dein Umfeld mitwachsen. Sprich mit Deiner Familie und Deinen Freunden über die Veränderungen, die Du planst und bitte sie um Unterstützung. Willst Du die Ernährung in der Familie umstellen, ist es wichtig auf alle Familienmitglieder zu achten und niemanden zu überfordern.

Auf diese Weise kannst Du Schritt für Schritt Deine Ernährungsgewohnheiten verändern und hast dabei im Vergleich zur Hauruck-Aktion ein deutlich geringeres Rückfallrisiko, dafür aber erheblich bessere Erfolgschancen.

Was kannst Du noch tun?

Ersetze Nahrungsmittel, die auf Deinem Speiseplan bleiben sollen, gegen höherwertige Produkte. Schau auf die Zutatenliste. Wenn Du z.B. Frischkäse Natur magst, dann lasse die Produkte bitte im Regal stehen, die Citronensäure mit C enthalten, denn diese ist auf Schimmelpilzbasis hergestellt und sorgt häufig für negative Reaktionen im Körper.

Oder kaufe Deine Lebensmittel im Bioladen oder vom Wochenmarkt von Händlern, die Dir (auch nach der Ernte) ungespritztes Obst und Gemüse anbieten und tierische Produkte von Bauern und Viehzüchtern, die ihre Tiere ohne prophylaktische Antibiotika und ohne gentechnisch verändertes Pflanzenfutter halten. Auch Bioeier zu kaufen fällt plötzlich leicht, wenn man weiß, dass die Hühner, die diese Eier legen, im Gegensatz zu allen anderen als Küken ihre Schnabelspitzen behalten durften und in natürlicheren, gesünderen Gemeinschaften leben.

Bio-Lebensmittel mögen zwar etwas teurer sein, aber meiner Beobachtung nach kostet Kranksein und mühsam wieder gesund zu werden mehr. Die Investition in Deine Gesundheit lohnt sich also. Außerdem wirst Du bald feststellen, dass Du gar nicht so viel mehr ausgibst, weil Du achtsamer mit Deiner Nahrung umgehst. Und Du wirst den natürlicheren Geschmack lieben und schätzen lernen und Dich insgesamt wohler fühlen.

Liebe Grüße, Anne

Lies gern weiter!

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