Abgrenzung und Schuldgefühle
Lass uns heute mal aus dem Aspekt der Schuldgefühle heraus auf das Thema Abgrenzung schauen.
Meine Anregungen sind hier nicht nur auf das Thema „Verlorener Zwilling“ bezogen, sondern in größeren Kontext gefasst.
Ganz allgemein:
Wir leben in einer Gesellschaft,
in der seit langer Zeit immer wieder Schuldgefühle bei anderen erzeugt werden,
um ein bestimmtes Handeln, Gehorsam, zu erreichen.
Sicher fallen Dir sofort Beispiele ein.
Zu dieser Manipulation von außen
kommen häufig Schuldgefühle,
mit denen wir von innen heraus immer wieder kämpfen:
⚪︎ Alleingeborene Zwillinge und Mehrlinge
werfen sich häufig selbst vor,
dass sie ihren Zwilling bzw. ihre Mehrlingsgeschwister nicht retten konnten
oder gar Schuld an seinem/ihrem Tod sind.
Diese Schuldgefühle sind zwar in der Regel eine falsche,
aber aufgrund des Alleinseins mit der Verlustsituation eine logisch nachvollziehbare Schlussfolgerung.
⚪︎ Unsere Ahnen vererbten uns auch ihre Emotionen.
Im Hinblick auf unser generationsübergreifendes emotionales Erbe
tragen viele von uns auch Schuldgefühle mit sich,
die z.B. aus der Zeit des zweiten Weltkrieges herrühren.
Es ist unser Sippenbewusstsein, das hier aktiviert ist,
wir müssen nicht selbst aktiv geworden oder dabei gewesen sein.
Bleiben wir beim Bezug zum zweiten Weltkrieg:
⚪︎ Etwas zu haben, „es gut zu haben“,
obwohl Familienmitglieder in der damaligen Zeit alles verloren oder härteste Umstände zu überleben versuchten,
ist für viele Nachkommen konfliktbeladen.
⚪︎ Sind unschuldige Familienmitglieder in dieser Zeit verstorben,
steht dies der eigenen Lebensbejahung genauso im Weg
wie die Mittäterschaft der Vorfahren,
die anderen Menschen Schaden zufügte oder sogar das Leben kostete.
Mögliche Reaktionen darauf sind
⚪︎ Rechtfertigung (Das hat er oder sie doch gemacht, weil … )
⚪︎ Zurückweisung (Damit hab ich nichts zu tun. Da war ich ja gar nicht dabei.)
⚪︎ Schuldgefühle (wie Fremdschämen nur schlimmer)
„Schuldgefühle führen oft dazu, dass wir über eigene Grenzen hinweggehen.“ Jesper Juul
Was Schuldgefühle mit uns machen, sagt Jesper Juul ganz deutlich:
Neben dem Schmerz, den wir mit uns tragen, überfordern wir uns immer wieder.
Wenn Du nicht länger Spielball sein willst,
musst Du Deine „roten Knöpfe“ demontieren.
Dann gibt es diese Angriffsflächen nicht mehr.
Aber wie kriegt man das hin?
Wenn Du Schuldgefühle „neutralisieren“ willst, ist es notwendig,
Deine wunden Punkte zu erkennen und tröstlich zu versorgen.
Es kann sein, dass Du in Deiner Reflektion
(1) auf Erlebnisse aus Deinem Erwachsenenleben stößt,
in denen Du Deiner Verantwortung nicht gerecht geworden bist.
(2) innere Kinder entdeckst,
die etwas falsch gemacht haben oder glauben,
dass sie etwas falsch gemacht haben, was zu irgendeinem Schaden führte.
(3) als alleingeborener Zwilling, Drilling oder Vierling auf den Geschwisterverlust im Mutterleib zurückschauen musst.
(4) Dich mit dem zu frühen Tod oder den Verfehlungen Deiner Vorfahren auseinander setzen musst.
Um Abgrenzungsschwierigkeiten und Manipulation zu beenden,
ist ein erster Schritt, diese Ursachen Deiner Schuldgefühle zu erkennen.
Ein zweiter ist, das in der Tiefe in Dir in Frieden zu bringen.
Wenn jemand anders „diese Schuld“ benutzt,
um Dich zu einem bestimmten Handeln, Gehorsam, zu bewegen,
darfst Du Dir das verbitten.
Aus meiner eigenen Erfahrung reicht es nur begrenzt aus,
sich zu sagen, dass man ja nicht Schuld ist/ oder sein kann oder das zu hören.
Das Schuldgefühl verändert sich nachhaltig erst,
⚪︎ wenn wir nachträglich Verantwortung übernehmen,
in dem wir mitfühlen,
uns nachhaltig anders verhalten
und es, wenn möglich, wieder gut machen.
⚪︎ wenn wir fühlen, dass wir nicht verantwortlich waren
für die Entwicklung im ursächlichen Ereignis
und unsere inneren Kinder so tröstlich versorgen, dass sie sich erholen können.
⚪︎ wenn wir nachträglich Verantwortung übernehmen,
in dem wir den Toten bzw. Geschädigten unsere Achtung und Mitgefühl zeigen,
ggf. den Ahnen in der inneren Arbeit die Möglichkeit geben,
selbst um Vergebung zu bitten,
bei Bedarf zu trösten und den Toten und Geschädigten auch unsere Schuldgefühle zu zeigen
und zu schauen, wie sie darauf reagieren.
Das ist häufig liebevoll und lebensbejahend.
Wenn wir uns auf diese Weise von unseren Schuldgefühlen befreien,
können wir uns viel leichter abgrenzen.
Für alleingeborene Zwillinge und Mehrlinge
kommt durch den Verlust des bzw. der Geschwister im Mutterleib oder kurz nach der Geburt
eine Abgrenzungsschwierigkeit hinzu,
diese ist dadurch zu meistern,
dass die Verbindung wieder aufgenommen und gelebt wird.
Wenn Du Dich in diesen Zusammenhängen wiedererkennst
und Dir Unterstützung wünschst,
bin ich gern für Dich da.
Im 1:1 schauen wir gemeinsam,
was hinter Deinen Schuldgefühlen steht
und wie Du Deine Abgrenzung stärken kannst.
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Wenn Du lieber für Dich starten möchtest,
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einen klar strukturierten Weg zu mehr innerer Stabilität.
Wenn Dich das Thema Schuldgefühle besonders berührt,
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Herzliche Grüße, Anne




