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Der Verlorene, Wiedergeborene, Wiedergefundene Zwilling

Der verlorene, wiedergeborene, wiedergefundene Zwilling

Ich glaube, das Wichtigste in dieser Zeit ist, dass wir freundlich und liebevoll miteinander in Verbindung bleiben.

In gewisser Weise passt dazu auch mein heutiges Thema „Der verlorene, wiedergeborene, wiedergefundene Zwilling“, denn da geht es auch um das Miteinander nach einem oft nicht ganz freiwilligen „social distancing“.

Gerade erst in meinem Workshop „Wege zur Lebensfreude für alleingeborene Zwillinge“, der aufgrund der aktuellen Reiserestriktionen erstmals online via zoom stattfand und viel schöner und besser gelang, als ich mir das vorstellen konnte,

  • gab es einerseits zwischen uns Frauen eine sehr schöne Verbundenheit: Jede von uns war in ihrem vertrauten Zuhause und gleichzeitig waren mit im Miteinander. Ich hab mich sehr über die spontanen Feedbacks gefreut, wie gut verstanden und aufgehoben sie sich fühlten. Mein Mut, mich zu trauen, den Workshop online durchzuführen, wurde belohnt.
  • und zweitens wiederholte sich auch hier das Thema, das ich in letzter Zeit öfter beobachte: Der verlorene, wiedergeborene, wiedergefundene Zwilling.

Das ist für mich unglaublich interessant, denn in meiner Praxis tauchte zwar über einen langen Zeitraum die Frage immer wieder auf: Ist XY mein wiedergeborener Zwilling? Aber wenn wir hinspürten und die Energien der beiden verglichen, waren die immer verschieden. Die Alleingeborenen konnten die Verwechslungen auflösen und sowohl die Beziehung zu ihren Zwillingsgeschwistern klären und neu gestalten als auch die Verbindungen zu den Menschen in ihrem Leben neu wahrnehmen und gestalten lernen. Darüber habe ich auf meiner Webseite schon eine Menge geschrieben.

Was ist das Besondere an den wiedergefundenen Zwillingen?

(und auch Menschen, die in unterschiedlichen Schwangerschaften der Mutter Geschwister waren und sich dann später im Leben in ihrer tiefen Liebe wieder finden. )

Einerseits besteht meist eine unglaublich starke Anziehung zwischen dem Alleingeborenen und dem Wiedergeborenen und andererseits gibt es ein enormes Konfliktpotential, das zu schmerzlichen Situationen führen kann.

Warum? Und was kann man tun, um das zu mildern?

Verlorene Seelenanteile trösten und zurückholen

Begeben sich zwei Seelen gemeinsam ins Leben, dann besteht oder entsteht zwischen ihnen meist eine tiefe Verbundenheit.

In der Zeit des Zwillingsverlustes kann es sowohl bei dem Zwilling, der allein geboren wird als auch bei dem, der seinen Körper verlässt, dazu kommen, dass Seelenanteile „in der Zeit stecken“ und mit dem Zwilling verbunden bleiben. Dies führt zum Gefühl von Unvollständigkeit und so versuchen wir nicht nur unseren Zwilling wieder zu finden, sondern auch uns selbst, also die Seelenanteile, die uns fehlen.

Werden diese Seelenanteile aufgespürt, kann jeder die seinigen wieder integrieren. Das bedeutet aber auch, dass der andere bereit sein muss, sie wieder loszulassen. Das braucht meist Zeit und Behutsamkeit, damit wieder Vertrauen in den gemeinsamen Weg oder das sich neu Entwickelnde entstehen kann.

Alte und neue Rollen

Außerdem ist es wichtig, sich über die alten und neuen Rollen bewusst zu werden.

Wenn der Zwilling nicht mehr der Zwilling ist, sondern nun z.B. eine Mutter-Tochter-Beziehung besteht, braucht das anfangs vor allem die Klarheit und Bereitschaft der Mutter, die Tochter als Kind anzuerkennen und sie in ihrer neuen Rolle leben zu lassen und selbst aus der Zwillingsrolle heraus zu gehen und die Mutterrolle anzunehmen.

Treffen sich die ehemaligen Zwillinge als Erwachsene wieder und gehen aufgrund ihrer tiefen Verbindung und der starken Anziehung auch in eine sexuelle Beziehung, kann sich diese nicht gut entwickeln, solange die Geschwisterebene ungeklärt ist.

Fühlt sich mindestens einer der beiden ehemaligen Zwillinge immer noch als Zwilling, dann ist es eigentlich verständlich, dass die sexuelle Ebene unangebracht ist, gleichwohl aber das Bedürfnis nach intensiver Nähe absolut verständlich und legitim ist, nur eben nicht so ganz in unser klassisches Weltbild passt. Das stiftet natürlich Verwirrung und führt zu Stress, weil die gesellschaftsprägenden Beziehungsmuster nicht erfüllt werden können und es oft erst mal noch keine Ideen für neue Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

In gleichgeschlechtlichen Verbindungen entstehen dadurch mitunter auch Irritationen über die eigene sexuelle Orientierung. Auch hier steht das Bedürfnis nach Nähe und Verbindung mit der geliebten Zwillingsseele oft über dem nach Sexualität und will verstanden werden, damit die Verbindung eine Chance hat, sich gut zu entwickeln.

Gelingt es beiden sich aus dem ehemaligen Zwillingssein zu lösen und sich im Hier und Jetzt auf einer Erwachsenenebene neu zu begegnen, hat auch eine Partnerschaft mit erfüllter Sexualität eine Chance.

Absprachen auf der Seelenebene

Wichtig ist auch die gemeinsamen Absprachen auf der Seelenebene zu erinnern und mit den zwischenzeitlichen Veränderungen leben zu lernen, die sich auf beiden Lebenswegen ergeben haben.

Es kann auf beiden Seiten das Gefühl da sein, „Wir wollten doch zusammen …“ und dann passt das gerade gar nicht in die aktuellen Lebenssituationen. Der eine zieht, der andere zieht sich zurück …. Auch hier braucht es Geduld und Behutsamkeit und wenn es nicht gemeinsam geht, dann ist auch ein Hinschauen für sich selbst, um wieder Klarheit und Leichtigkeit und inneren Frieden zu finden, wohltuend.

Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter, falls Du Dich in einer ähnlichen Situation befindest.

Liebe Grüße, Anne

Hast Du noch Fragen? Dann ruf mich an: 030 224 13 445 oder schreib mir.

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